Wie kann es gelingen, bereits Kindern im Grundschulalter, die in einem solch vielfältigen Sozialraum wie der Nürnberger Südstadt aufwachsen, einen positiven Zugang zu religiöser Vielfalt und verschiedener Glaubenszugänge zur göttlichen Wirklichkeit zu vermitteln?
Getragen von dieser gemeinsamen Frage kamen seit 2024 regelmäßig ein "Thinktank" unter Beteilung ganz unterschiedlicher Mitdenker*innen zusammen, um das Konzept der "Gottsucher" zu entwickeln: mit dabei Pfarrerin Sabine Schneider und Pfarrer Hans Hertel aus der Südstadtpfarrei, Pfarrer Dr. Thomas Amberg von BRÜCKE-KÖPRÜ, Dr. Kathrin Winkler/ Professorin für Rel.Pädagogik an der Evang.Hochschule Nürnberg sowie Esma und Yusuf Gengec als engangierte Ehrenamtliche an der von DITIB getragenen Eyüp-Sultan-Moschee. Entstanden sind zwei altersgemäß auf die Grundschule ausgerichtete Module, beide denen die Schüler und Schülerinnen an zwei aufeinander folgenden Terminen die Christuskirche und die Eyüp-Sultan-Moschee "mit allen Sinnen" erkunden. Besonders daran ist, dass dabei jeweils vor dem Hintergrund der jeweiligen religiösen Selbstverständnisse danach gefragt wird, was in der jeweiligen Religion elementare und spezifische Wege und Dimensionen der Begegnung "mit dem Heiligen" sind. Dieser Zugang setzt deutlich anders an als herkömmliche Moschee- oder Kirchenführungen, die sich oft eben auf "äußerliche", architektonische Bauelemente beschränken.
Zentral für die christliche Begegnung mit dem Drei-Einen Gott wird dabei das Brotbrechen als elementares sinnliches Geschehen vorgestellt. In der Moschee wird parallel dazu die "Wort-Begegnung" mit dem "Arabischen Koran" als sinnliches Klangerlebnis gestellt.
Beide Module geben den Kindern Zeit zur individuellen Erkundung der Sakralräume und Raum für kreativen Ausdruck im Malen und ersten eigenen Kaligraphie-Versuchen. Eine lebendige Verbindung zwischen Moschee und Kirche spannt der Gruß "asSalam alaykum-Shalom aleychem-Friede sei mit Euch", der jede der Einheiten eröffnet. Gebackene Kekse in der Form von Kirche und Moschee laden dazu ein, beim Abschluss-Imbiss in der Gruppe das Erlebte zu "verdauen" und mitzunehmen.
Wie es nun weitergeht? Nach einer Pilotphase, in der einige Schulklassen diese Module erkundet haben, ist das Vorhaben, ehrenamtliche Kirchen- und Moscheeführer*innen für die Mitarbeit beim Gottsucherprojekt zu gewinnen, damit das Projekt Schulklassen und Hortgruppen aus der Nürnberger Südstadt und darüberhinaus erreichen kann.
Weitere Infos zum Projekt und konkrete Anfragemöglichkeiten finden sie unter der Homepage: https://www.gottsucher-nbg.de/